Freie Waldorfschule Köln
Wir bauen ein Segelboot –
ein berufsorientiertes Tischler-Projekt im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 an der Waldorfschule in Köln-Chorweiler
 
Schuljahr 2004/2005

Mit Beginn des zweiten Halbjahres des Schuljahres 2004/05 besteht für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 unserer Schule die Möglichkeit in einer wöchentlich stattfindenden Arbeitsgemeinschaft den Werkstoff Holz in einem praktischen Projekt kennen zu lernen. Die AG wird getragen vom Förderverein der Waldorfschule und finanziert mit Mitteln der Aktion Mensch. Ein erfahrener junger Schreinermeister leitet die Jugendlichen an.

Auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler wurde der Bau eines Modellsegelbootes in Angriff genommen. Ausgangsmaterial ist ein roher Holzklotz, aus dem im Lauf des Halbjahres in vielen einzelnen Arbeitsschritten der Bootskörper gefertigt wird. Auch Mast, Segel und Takelage werden von den Schülerinnen und Schülern selbst hergestellt. Durch die vielfältigen Arbeitsgänge – Ausstechen, Sägen, Feilen, Schleifen, Bohren usw. – bekommen die Schülerinnen und Schüler auf fast ‚spielerische' Weise einen fundierten Einblick in die Tätigkeiten des Tischlerberufes. Alle neun Jungen und sechs Mädchen sind mit Begeisterung bei der Sache. So verwundert es nicht, dass die Fehlzeiten gegen Null tendieren und die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne an einem Folgeprojekt im nächsten Schuljahr teilnehmen würden.

Ein Bericht über diese Arbeitsgemeinschaft
von Angelique, 9d

Jeden Dienstag treffen sich ein paar Schüler aus der 8. und 9. Klasse, um in der Waldorfschule an einer AG teilzunehmen, bei der jeder ein Segelboot baut.

Unser Leiter erklärte uns zuerst, was wir überhaupt machen. Jeder wusste zwar, dass wir ein Segelboot bauen, aber keiner wusste so recht, wie so ein Boot aussehen sollte. Nach dem Gespräch bekam jeder ein großes Stück Holz und wir sollten die Schablone, die wir gemalt und ausgeschnitten hatten, drauflegen und abzeichnen. Danach bekamen wir einen Holzhammer und ein Messer. Wir sollten die Seiten bis zur Linie abschlagen. Das sah einfach aus, aber es war ziemlich anstrengend. Als nächstes erhielten einige einen Hobel, wir durften die Seiten weghobeln. Das Schwierigste dabei war, dass das Boot auf beiden Seiten gleich sein sollte. Danach ging es ans Aushöhlen. Dafür haben wir uns ein Gestell gebaut, um das Boot einzuspannen, damit es nicht wegrutscht. Mit dem Holzhammer und dem Messer, was dieses Mal vorn rund war, haben wir es ausgehöhlt. Manche sind noch nicht soweit, aber jeder hilft jedem.
Ich finde die AG spannend und abwechslungsreich. Am besten ist, dass wir Pause machen können, wann wir wollen. Jeder kann auch sein eigenes Tempo bestimmen, also, bei uns geht es nicht mit Hast zu, sondern eher mit Ruhe.

Träger des Kurses ist die "Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Waldorf-Pädagogik" in Köln, gefördert aus Fördermittel der "Aktion Mensch". Mehr Informationen über die freie Waldorfschule in Köln-Chorweiler finden sich auf deren Homepage. [Infos dort lesen]