Die Themen GEWALTPRÄVENTION, SUCHTPROPHYLAXE und STREITSCHLICHTUNG sind unseres Erachtens eng miteinander verbunden. Wir sehen sie eingebettet in unsere Bemühungen ein soziales Klima an unserer Schule zu schaffen, das die Grundbedürfnisse aller Beteiligten achtet (siehe Schulprogramm).
Dazu gehören die Pflege eines sozial-integrativen Unterrichtsstils und mitmenschlichen Umgangstons, das Erlernen von Konfliktlösungsstrategien und die Entwicklung einer Streitkultur. Dazu gehören unsere Projekte, die Handlungskompetenz und Selbstverantwortung fördern, unsere Aufmerksamkeit für die Gestaltung von Festen und Feiern und jene Unterrichtsangebote, die besonders geeignet sind, die Ich-Stärke und das Wir-Gefühl zu fördern (Schulsanitätsdienst, AG Klettern, Selbstverteidigung für Mädchen).

Seit dem 3. Mai 2001 haben wir uns dem KÖLNER  NETZWERK GESUNDHEITSFÖRDERNDER SCHULEN (OPUS) angeschlossen, um verstärkt die Elemente in den Blick der schulischen Organisation und pädagogischen Planung zu nehmen, die die Gesundheit der in der Schule Tätigen fördert (Gesundheit im Sinne der ganzheitlichen WHO-Definition).


Veranstaltung des Kölner Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen
(KNGS) am 8.11.2001

Im Historischen Rathaus der Stadt Köln fand am 8. 11. 2001 die Eröffnungsveranstaltung des Kölner Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen (KNGS) statt. Von den weit über 300 Kölner Schulen beteiligen sich 16 Schulen fast aller Schulformen  an dem Projekt.  Auch die Ursula-Kuhr-Schule  hat sich in dieses Projekt eingebunden. Und so nahmen der Schulleiter Böttger und die für das Projekt an der UKS hauptverantwortlichen Lehrer Herr Noll und Herr Rasche gerne die Teilnahmeurkunde, ausgestellt vom MSWF geförderten Netzwerk „opus NRW / Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen“ aus der Hand des Schulamtsdirektors Herrn Egon Beck in der Hoffnung entgegen, dass auch dieses Projekt bei uns einen erfolgreichen Verlauf nehmen wird.

Warum schon wieder ein Projekt?

Der Leistungsgedanke dominiert unsere Gesellschaft in einem immer stärkeren Maße und hat längst auch Einzug in unseren Schulalltag genommen. Schulprogramme, Qualitätsentwicklung und -sicherung oder erhöhte Anforderungen im Rahmen schulischer Selbstverwaltung sind nur wenige Stichworte, die in diesem Zusammenhang zu nennen sind.

Steigende Anforderungen auf unterschiedlichen  Gebieten, so schreibt die für das Schulamt der Stadt Köln verantwortliche Koordinatoren für Gesundheitsförderung, Frau Marion Schmidtke, in ihrem Einladungsschreiben  völlig richtig, lassen sich am besten bewältigen, wenn sie in einen übergeordneten Gesamtkontext gestellt werden können, der zu einem erlebbaren Mehrwert für  Schulen und alle am Schulleben Beteiligten  führt. Die Basis optimaler Leistungen ist ein Mikrokosmos  Schule, in dem die Gesundheit der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund steht.

Schulentwicklung  steht in unmittelbarem  Zusammenhang mit der Gesundheitsförderung. Wird  Gesundheitsförderung nicht als Basis  für eine Schulentwicklung  im  Sinne der Leistungssteigerung erkannt, steht Leistungssteigerung auf Dauer im Widerspruch  zur  Gesundheit und wäre bestenfalls ein kurzfristiger Effekt.  Der Gedanke der Gesundheitsförderung ist nicht neu. Neu ist aber der Stellenwert, der dem Faktor Gesundheitsförderung eingeräumt wird.

Gesundheitsförderung in diesem Sinne umfasst neben äußeren Faktoren u.a. das Klima  innerhalb eines Kollegiums,  das Miteinander zwischen Schülerinnen/Schülern und  Lehrkräften  sowie die Zusammenarbeit mit Eltern  und anderen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern  der Schule. Eine gesunde Schule ist die Basis für Leistungsfähigkeit und Leistungssteigerung.

Das Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen bietet Hilfe und vermittelt richtungsweisende Impulse, um die Qualität schulischer  Arbeit zu stärken und Schule für die Anforderungen der Zukunft zu wappnen.

Die UKS möchte verstärkt selbst Ideen in dieser Zielsetzung entwickeln und natürlich auch begonnene Aktionen weiterführen und – ganz wichtig - sich hier mit anderen Partnern im Netz „gewinnbringend“ austauschen. So haben wir, und dafür bin ich sehr dankbar, schon eine kleine  Wegstrecke hinter uns.  Z.B. sehen wir unsere Projekte und Arbeitsgemeinschaften  Schulgarten,  Schulsanitätsdienst,  Krafttraining, Klettern,  Selbstverteidigung für Mädchen, Streitschlichtung  ebenso in dieser Reihe wie eine Vielzahl von anderen Arbeitsgemeinschaften des sportlichen aber auch musischen und künstlerischen Bereichs.

G.Böttger


Streitschlichterprogramm
Zur Verbesserung der Streit-Kultur an unserer Schule bilden wir Schüler  und Schülerinnen aus. Hierbei gehen wir von der Erfahrung aus, dass Schüler sich besser mit den Konflikten ihrer Mitschüler identifizieren können und sie auf diesem Wege Toleranz und Verständnis für verschiedene Standpunkte und Positionen entwickeln. Diese Fähigkeiten vermitteln wir Schülern im Rahmen einer AG Streitschlichtung.
Die Ausbildung umfasst eine Vorbereitungsphase, die die Schüler für die Streitschlichtung sensibilisieren soll.
In der Konkretisierungsphase müssen die Schüler den gegliederten Ablauf einer Schlichtung erlernen.
In der Vorbereitungsphase werden folgende Themenbereiche erarbeitet:
  • Erkennen von Konflikten
  • Bildung von Toleranz und Einfühlung
  • Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit wahrnehmen, anerkennen und schätzen lernen
  • Sensibilisierung für Gefühle anderer
  • Eigene Gefühle und die Gefühle anderer erkennen  und ausdrücken
  • Belastende Situationen (Angst, Ärger, Wut) erkennen und bewältigen können
  • Ich-Botschaften erlernen und formulieren können
  • Angemessen reagieren
  • Selbstbehauptung durch Sprache und Körpersprache erlernen
  • Aktives Zuhören als Voraussetzung jeder Kommunikation bewusst einüben

  • Der Ablauf der Schlichtung sieht folgendermaßen aus:

    • Der Schlichter begrüßt die Konfliktparteien und erläutert kurz seine Rolle in diesem Verfahren. Er sichert beiden absolute Vertraulichkeit zu und betont, dass beide freiwillig gekommen sind, um über ihren Streit zu sprechen.
    • Der Schlichter erklärt den Kontrahenten das Ziel der Schlichtung, das darin besteht, eine Lösung zu finden, die beide zufrieden stellt. Jeder darf seine Sicht des Streites darlegen ohne dabei vom „Gegner“ unterbrochen zu werden. Die Argumente werden in einer ruhigen, sachlichen Atmosphäre ausgetauscht, nachdem ausgelost wurde, wer das Gespräch beginnt.
    • Die Konfliktparteien erhalten jetzt Gelegenheit, ihre Standpunkte auszutauschen. Der Schlichter fasst danach abschließend die Sachlage zusammen.
    • In einer Art „Brainstorming“ werden dann Lösungsmöglichkeiten durch die Streitenden erarbeitet und von ihnen bewertet. Ziel ist, dass sich beide auf eine Lösung einigen, die ihnen am angemessensten erscheint und (jeden) beide zufrieden stellt. Der Kompromiss wird dann formuliert und für jede Partei schriftlich fixiert. Die Einigung bekommt bindenden Charakter, der Schlichter bedankt sich für die Zusammenarbeit und vereinbart, falls erforderlich oder ausdrücklich gewünscht, eventuell einen 2. Gesprächstermin.
    • Drei Schülerinnen aus der 10. Klasse bilden unser Streitschlichter-Team. Sie werden nach Bedarf eingesetzt und führen dann mit den "streitenden Parteien" Schlichter-gespräche. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Schülerinnen mit Freude und Engagement arbeiten, weil die betroffenen Schüler zufrieden und ohne Rachegefühle ausein-ander gehen. Die Schüler, die die Streitschlichterinnen in Anspruch genommen haben, sind von der ange-nehmen Atmosphäre und der ruhigen, keine Schuld zuweisenden Gesprächführung angetan. Auch in diesem Jahr läuft die Ausbildung neuer Streitschlichter/innen, so dass wir im kom-menden Schuljahr über mehr kompetente Streitschlichter verfügen.
    Verantwortlich für das Streitschlichterprogramm:
    Gabriele Martin und Gaby Vallée