NATIONALSOZIALISMUS IN KÖLN
Denkmäler und Gedenktafeln

Das Denkmal "Die Gefangenen" 1943 von Ossip Zadkine geschaffen, steht auf der Ehrengräberanlage des Westfriedhofes, Köln-Bocklemünd, Venloer Straße.

Auf dem Westfriedhof steht das Denkmal "Die Jünglinge im Feuerofen". Es ist ein Werk des Kölner Bildhauers Heribert Calleen und wurde zum Gedenken an die Opfer der Gestapo aufgestellt. Auf dem "Gestapofeld" sind 792 Personen bestattet.

Auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Bocklemünd, Venloer Straße, erinnern zwei Denkmäler an die Folgen des nationalsozialistischen Rassenwahns. Ein Denkmal bewahrt den Mitgliedern der Kölner Synagogen Gemeinde ein ehrendes Andenken, die mit dem bis 1942 amtierenden Rabbiner Irisidor Caro in Theresienstadt den Tod fanden. Eine zweite an diesem Denkmal angebrachte Tafel ehrt das Andenken aller Opfer aus der Synagogen Gemeinde Köln.

Die Verfolgungsmaßnahmen gegen die Juden erreichten einen ersten Höhepunkt in der berüchtigten "Reichskristallnacht" vom 8./9. November 1938. An die jüdischen Synagogen, die in dieser Nacht geschändet wurden, erinnern verschiedene Gedenktafeln, die an den früheren Standorten der Synagogen angebracht sind. Zerstört wurden die Synagogen in der Roonstraße, in der St. Apern-Straße, in der Körnerstraße, in der Glockengasse, auf der Mülheimer Freiheit und die Deutzer Synagoge.

Auf dem Sockel des Denkmals befindet sich eine Inschrift, die an den gegen die jüdischen Gotteshäuser gerichteten Terror erinnert.

ZUR ERINNERUNG UND MAHNUNG IN DER POGROMNACHT 9.11.1938 (REICHSKRISTALLNACHT) WURDEN DIE JÜDISCHEN GOTTESHÄUSER NIEDERGEBRANNT UND ZERSTÖRT. RESTE VON TEILWEISE GERETTETEN TORAROLLEN UND HEILIGEN KULTGEGENSTÄNDEN WURDEN IM JAHRE 1939 AUF DIESEM FRIEDHOF VERGRABEN. IM JAHRE 1978 WURDEN DIE ÜBERRESTE WIEDERGEFUNDEN UND HIER BESTATTET:
An die Synagoge in der Glockengasse erinnert eine am Opernhaus angebrachte Gedenktafel. Fotos der ehemaligen Synagoge befinden sich im Foyer des Opernhauses.






Gedenktafel in der St. Apern-Straße / Ecke Helenenstraße 




Gedenktafeln in Ehrenfeld, Körnerstraße und in Deutz, Reischplatz 

Gefangenen- und Konzentrationslager der Kölner Gestapo befanden sich in der Kölner Messe, in einer Fabrik in Porz Hochkreuz, im Müngersdorfer Fort V, im Gefängnis Klingelpütz und in Brauweiler.

Die Gedenktafel im Park des ehemaligen Geländes Klingelpütz am Gereonswall erinnert an die Bedeutung, die das Gefängnis als zentrale Hinrichtungsstätte für die Sondergerichte Köln, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hagen, Duisburg, Aachen, Wuppertal, Koblenz und Münster hatte. Hier wurden auch Todesurteile des Volksgerichtshofes vollstreckt.

Die Tafel hat folgende Aufschrift:

HIER WURDEN VON 1933 - 1945 ÜBER TAUSEND VON DER NATIONALSOZIALISTISCHEN WILLKÜRJUSTIZ UNSCHULDIG ZUM TOD VERURTEILTE HINGERICHTET.

Gedenktafel am Messeturm, Kennedy-Ufer 
 
 

Gedenktafel im Stadtpark, Walter-Binder-Weg 

Die Kölner NSDAP hatte ihren Sitz in der Mozartstraße 28 (das "Braune Haus"), später im alten Universitätsgebäude in der Claudiusstraße. Eine Gedenktafel erinnert daran, daß dort bereits während der Machtergreifungsphase in der ersten Hälfte des Jahres 1933 Gegner der Nationalsozialisten gefoltert wurden. 

Die in den Boden eingelassene Gedenkplatte in der Krebsgasse (Nähe Schildergasse/Neumarkt) bezeichnet den Standort des früheren Kölner Polizeipräsidiums. Im Gebäude des Polizeipräsidenten hatte die Gestapo 1933 und 1934 ihren Sitz. Bis 1935 wurden hier zahlreiche Kölner Bürger wegen ihrer politischen Gesinnung verhört und gefoltert. 

Das EL-DE-Haus war von 1935 bis 1945 Sitz der Gestapo. Am Eingang des Hauses von Leopold Dahmen am Appellhofplatz 23-25, Ecke Elisenstraße, hängt diese Gedenktafel. 

Heute ist im Keller dieses Hauses eine Gedenkstätte eingerichtet. Hier kann der Gefängnistrakt mit 10 Zellen besichtigt werden, in denen über 1200 Wandinschriften Zeugnis vom Leid der Insassen geben. Auf dem Hinterhof des Gebäudes wurden zahlreiche Gefangene erschossen und erhängt.

In Ehrenfeld ist die frühere Hüttenstrqaße zum Gedenken an den "Edelweißpiraten" Bartholomäus Schink umbenannt worden, der hier am 10. November 1944 von der Gestapo hingerichtet wurde. An der Eisenbahnüberführung Venloer Straße / Ecke Schönsteinstraße wurde 1972 vom Kölner Jugendring eine Gedenktafel mit folgendem Text angebracht: 

HIER WURDEN AM 25. OKTOBER 1944 11 BÜRGER DER SOZIALISTISCHEN SOWJETREPUBLIKEN UND DER REPUBLIK POLEN UND AM 10. NOVEMBER 13 KÖLNER JUNGEN AUS EHRENFELD DURCH GESTAPO UND SS OHNE GERICHTSURTEIL ÖFFENTLICH ERHÄNGT. 

In der Krypta der Karmelitinnenkirche Maria vom Frieden in der Straße Vor den Siebenburgen befindet sich dieser Gedenkstein zu Ehren der aus einer jüdischen Familie stammenden Edith Stein. Sie trat 1922 zum christlichen Glauben über und wurde 1933 in die Klostergemeinschaft der Karmelitinnen aufgenommen und erhielt den Namen Schwester Teresia Benedicta a Cruce. 1942 starb sie bei einer Massenvergasung im Konzentrationslager Auschwitz.

Die Gedenktafel im Hof der Kartäuserkirche in der Kartäusergasse erinnert an Pfarrer Georg Fritze, der als Mitglied der "Bekennenden Kirche" zusammen mit seinem Amtsbruder Hans Encke einer der führenden Widerstandskämpfer aus den Reihen der Evangelischen Kirche in Köln war. 1938 wurde Georg Fritze von seinem Amt suspendiert. Er starb am 30. 1. 1939. 


In Köln wird an die Opfer des Krieges durch mehrere Denkmäler erinnert. Dazu gehören der "Todesengel" von Ernst Barlach in der Antoniterkirche, das "Kölner Totenmal" von Gerhard Marcks im Kreuzgang von St. Maria im Kapitol und die "Trauernden Eltern" von Käthe Kollwitz, von denen eine Kopie in der Kirchenruine von St. Alban aufgestellt ist.
In der Grünanlage des Hansarings steht das Denkmal "Mutter und Kind" des holländischen Bildhauers Mari Andriessen. Es erinnert an die Opfer der Verfolgung durch Gestapo und SS. Ein großer Grabstein enthält die Inschrift: 

HIER RUHEN SIEBEN OPFER DER GESTAPO. DIESES MAL ERINNERE AN DEUTSCHLANDS SCHANDVOLLSTE ZEIT 1933 - 1945.

IMPRESSUM
Dieses Faltblatt über Denkmäler und Gedenktafeln, die an die Verfolgung und die Auflehnung in der Zeit von 1933 bis 1945 erinnern, wurde zusammengestellt von der
Klasse 10 B der URSULA-KUHR-SCHULE,
Städt. Hauptschule Volkhovener Weg,
Köln-Heimersdorf, 1984

Verantwortlich: Wilfried Claus
Für freundliche Unterstützung und Kritik danken wir den Herren R.Barten, Dr.H.Fußbroich, Dr.H.Matzerath und Dr.W.Schäfke. LITERATUR
Adolf Klein, Köln im Dritten Reich, Köln 1983

Widerstand und Verfolgung in Köln 1933-1945, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in Köln, Historisches Archiv 1974.

Manfred Huiskens u.a., Die Wandinschriften des Kölner Gestapogefängnisses im EL-DE-Haus 1943-1945, Köln - Wien 1983


Neuere Literatur zum Thema:
  • Helmut Fußbroich, Gedenktafeln in Köln, Köln 1985
  • Ulrike Puvogel / Martin Stankowski, Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus
    Eine Dokumentation, 2., überarbeitete u. erweiterte Auflage Bonn 1995
    Bundeszentrale für politische Bildung
  • Severin Roeseling, Das braune Köln
    Ein Stadtführer durch die Innenstadt in der NS-Zeit,
    hrsg. NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Köln 1999

Siehe auch:


Das Faltblatt wurde 1984 erstellt und ist sicherlich in manchen Teilen nicht mehr aktuell und vollständig. Wir wollen es bewusst nicht verändern. Stattdessen regen wir unsere Leser an, selbst nachzuforschen und Veränderungen zu dokumentieren (eMail oder evtl. auf eigener Homepage) und diese uns mitzuteilen. Gerne weisen wir dann unsererseits auf die Korrekturen hin, z.B. durch einen Link.

Beispiel:
Die abgebildete Gedenktafel am EL-DE-Haus war damals an der Außenfassade neben dem Eingang. Dort gibt es sie inzwischen nicht mehr, weil sie vermutlich von Rechtsradikalen verbogen und beschmiert wurde. Die zerstörte Tafel ist nun selbst Teil der Ausstellung im Obergeschoss.

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