| Es bedarf keiner besonderen
Erklärung, dass die Vorbereitung der Schüler auf die Berufwelt
eine möglichst gute Beherrschung der Grundfertigkeit von Lesen, Schreiben
und Rechnen erfordert. Auch der Bereich der Naturwissenschaften ist zunehmend
mehr gefordert, umfangreiche Medienkompetenz im Zeitalter des Internets
unumgänglich. Der besondere Schwerpunkt für die Berufswahlvorbereitung
aber ist der Bereich der Arbeitslehre mit den Fächern Wirtschaftslehre,
Technik und Hauswirtschaft.
a) Der Erlass vom
September 1999 „Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe I, ...“
weist auf folgende Schwerpunkte der Berufswahlorientierung hin:
- Junge Menschen sind auf
die Arbeitswelt vorzubereiten und zu befähigen, eigene Entscheidungen
in der Übergangsphase zum Erwerbsleben selbstverantwortlich treffen
zu können.
- Ihnen sollten umfangreiche
Kenntnisse über die Wirtschafts- und Arbeitswelt in allen Fächern
sowie fächerübergreifend und in außerschulischen Veranstaltungen
vermittelt werden.
- Kenntnisse und Praxiserfahrungen
in frauen- bzw. männeruntypischen Berufen sind zu ermöglichen,
Hilfen für den Übergang in eine Ausbildung, in weitere schulische
Bildungsgänge oder in ein Studium zu geben.
- Schülerbetriebspraktika
müssen, da sie die Berufswahl unterstützen, Lehrerbetriebspraktika
können durchgeführt werden.
- Besondere Maßnahmen
am Ende der Pflichtschulzeit sind:
- Hilfen bei Bewerbungsverfahren,
Wiederholung und Sicherung von Basisqualifikationen, Hinweise auf
regionale Stellenangebote, Beratungsangebote bei schwieriger zu vermittelnden
Jugendlichen.
- Berufswahlorientierung
ist eine gemeinsame Aufgabe von Schule und Berufsberatung, die Berufsberatung
ist in die schulische Arbeit einzubeziehen. Berufswahlvorbereitung
erfolgt außerdem in enger Abstimmung mit der örtlichen
Wirtschaft und ihren Organisationen, den Trägern der Jugendhilfe,
den Arbeitnehmerorganisationen und weiteren Partnern.
b) Die Broschüre
„Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe I“ des Landesinstituts
für Schule und Weiterbildung, Soest, 1. Auflage 1997, führt
zur Berufswahlorientierung aus:
Die allgemeinbildende
Schule stellt sich der Aufgabe einer allgemeinen Orientierung auf dem
Bereich Arbeit. Sie hat den Auftrag, alle Schülerinnen und Schüler
zu befähigen und ihre Bereitschaft zu fördern, in Übereinstimmung
von Lebens- und Berufsplanung
Strukturen
der Wirtschafts- und Arbeitswelt und deren rasche und grundlegende
Veränderungen zu erfassen und zu reflektieren
Möglichkeiten
der Arbeit in der Wirtschafts- und Arbeitswelt zu erschließen,
mit zu gestalten und für sich zu nutzen
eigene Ansprüche
an Arbeit zu entwickeln und einzulösen
im Laufe
ihrer Schullaufbahn und im Erwachsenenleben jeweils verantwortliche
Entscheidungen zu treffen, die in ihrer Gesamtheit Wege weisen für
spätere bzw. weitere Entscheidungen zum Einsatz im Wirtschafts-
und Arbeitsleben.
Berufswahlorientierung
kann demnach nur als kontinuierliche Aufgabe im Verlaufe der gesamten
Dauer der Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler gesehen
werden. Das Berufswahlorientierungkonzept muss offen angelegt sein,
im Prinzip alle Fächer einbeziehen und Lernformen ermöglichen,
die von den Schülerinnen und Schülern Verantwortung, Flexibilität,
Handlungsbereitschaft und Selbsttätigkeit verlangen. Schule und
Unterricht müssen sich dem Leben und den Erfahrungen der Wirtschafts-
und Arbeitswelt öffnen und dementsprechend auch dort stattfinden
oder sie in Schule hereinholen.
Zur Erarbeitung
und Optimierung eines schulinternen Berufswahlorientierungskonzepts
bedarf es der Abstimmung zwischen den Kolleginnen und Kollegen und
allen weiteren mit der Berufswahlorientierung beauftragten oder betroffenen
Personen/Institutionen sowie den Erziehungsberechtigten und den Schülerinnen
und Schülern selbst. Berufswahlorientierung muss verbindliches
Element im Schulprogramm einer jeden Schule werden. (Seite 9)
Berufswahlorientierung
sollte demnach:
- Hilfestellung für
eine individuelle Lebens- und Berufsplanung geben,
- den Erwerb von entscheidungs-
und handlungsrelevanten Kenntnissen,
- Fähigkeiten und
Fertigkeiten fördern,
- zu selbstständigen
Entscheidungen und zu selbstverantwortlichem Handeln anregen,
- ein realitätsnahes
Bild der Berufs- und Arbeitswelt ermöglichen,
- in enger Kooperation
zwischen Schule und Berufsberatung erfolgen,
- ein möglichst breites
Spektrum von Berufen und Berufsfeldern vorstellen,
- direkte Kontakte zur
Berufs- und Arbeitswelt herstellen,
- geschlechtsspezifischen
Einschränkungen bei der Berufswahl entgegenwirken.
Das erfordert einen Unterricht,
der
- fächerübergreifend,
mehrere Fächer einbezieht,
- handlungs- und erfahrungsorientiert
aufgebaut,
- sowie prozess- und projektorientiert
ausgerichtet ist.
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